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Walchum

Auszug aus der Walchumer Chronik, von Wilhelm Schweers

Das alte Dorf Walchum liegt auf einem in der Eiszeit entstandenen Höhenrücken westlich der Emsniederung. Walchum wird im Osten begrenzt von der Ems, im Westen vom ehemaligen Bourtanger Moor bzw. der holländischen Grenze, im Süden vom Ort Sustrum und im Norden von Dersum. Walchum wird urkundlich zum ersten Mal im Jahre 854 im Heberegister des Kloster Corvey unter dem Namen Walinoon im Kirchspiel Steenebill erwähnt. Der Name Walchum wird von den Geschichtsforschern unterschiedlich erklärt.
Version 1
Diepenbrock schreibt dazu: „Der lateinische Wortanklang, Walchum (vallum), ist Veranlassung geworden, daselbst römische Lagerplätze und Heerstraßen zu finden. Dieses ist ein Irrtum, indem die älteste Form dieses Ortsnamens, welche dem lateinischen Ausdruck doch am nächsten stehen müsste, mit demselben gar keine Ähnlichkeit hat. Im Jahre 854 heißt Walchum Walinoon. Im dreizehnten Jahrhundert wird Walchum villa Walthem in parochia Stenbile genannt. Im Jahre 1358 heißt es Walchem. Im Jahre 1534 heißt es schon Walchum“.
Version 2
Nach „Abels“ findet sich Walchum im ältesten Werdener (Kloster) Heberegister im Jahre 890 als Walkium verzeichnet. In Walkium ist der Personenname Walk oder Walko zu suchen, der sich noch in dem Familiennamen Walch erhalten hat, also die von Walko her rührende Ansiedlung. Im Jahre 1280 schrieb man Waleihem, woraus sich dann im Laufe der Jahrhunderte nach verschiedenen Änderungen der Name Walchum gebildet hat.
Version 3
Nach „Busemann“ könnte es sich um einen zusammengesetzten Ortsnamen handeln. Der erste Teil kommt aus dem althochdeutschen „Walah“, was fremder Mann bedeutet. Früher sind Romanen und Kelten so genannt worden. Der zweite Teil kommt aus dem gotischen „Haims“ (heute Heim), was soviel wie Herdstelle/Haus, dann Dorf bedeutet. Es könnte also soviel wie „eine Siedlung fremder Männer“ heißen.
Dorfstruktur
Der ursprüngliche Ort war entlang eines von Süd nach Nord verlaufenden, sich oft platzartig erweiternden Hauptweges angelegt. Hierbei spricht man von einem so genannten „Straßendorf“. Dieser naturbelassene Weg wurde im Jahre 1923 mit einem Kopfsteinpflaster zu einer festen Straße ausgebaut. Sie wurde durch den Verkauf von Gemeindetannen finanziert. Die weiterführenden Wege nach Dersum und Sustrum wurden erst in den Jahren 1928 bis 1931 ausgebaut. Die Finanzierung übernahmen das Land und der Kreis, die Gemeinde hatte „nur“ Spann- und Handdienste zu leisten. Im Jahre 1972 wurde die heutige Ortsdurchfahrt gebaut Die gesamte Fläche des Dorfes einschließlich des Ortsteil Hasselbrock beträgt 27 qkm. Die beiden Ortsteile sind flächenmäßig etwa gleich groß. Der Ortsteil Hasselbrock ist durch die Kultivierung des Bourtanger Moores entstanden und wurde 1931 gegründet. Die weitere Entwicklung des Dorfes ist an seinen neuen Baugebieten ersichtlich. In Walchum sind dies der „Tannensand/Birkengrund“ mit 86 Hausplätzen, im „Dull-garten“ mit 58 Plätzen, „Am Wald“ mit 26 Plätzen und einer im Jahre 2005 begonnenen Erweiterung im „Fehn“ um zirka 50 Plätze, in Hasselbrock „Glück Auf“ mit 16 Plätzen und einer im Jahre 2005 begonnenen Erweiterung um 27 Plätze. Mit Lückenbebauung sind damit in den letzten Jahrzehnten zirka 300 neue Bauplätze entstanden.Die Entwicklung der Einwohnerzahl in der Gemeinde Walchum Die ältesten Aufzeichnungen sind die Steuerlisten aus dem 16. Jahrhundert. Danach gab es in Walchum im Jahre 1534 genau 25 Haushalte.
Anzahl der Haushalte in den Jahren 1631 bis 1640
Gemäß den Viehschatzregistern aus den Jahren 1631 und 1640 bestanden in Walchum 21 Haushalte. Davon waren: 5 Vollerbhöfe, 3 Halberbhöfe, 1 Kötter, 5 Brincksitzer, 5 Brinckligger, 1 Vogt , 1 Andere
Anzahl der Haushalte im Jahre 1850
Gemäß der Markenteilungsliste aus dem Jahre 1850 bestanden in Walchum 49 Häuser mit 56 Haushalten. Bei der Volkszählung am 1. Dez. 1880 wohnten in Walchum 319 Personen in 60 Haushalten.
Einwohnerzahl 1933 bis 2006
Bei der Volkszählung am 17. Juni 1933 wohnten in Walchum 360 Personen. Durch die Gründung des Ortsteil Hasselbrock und die Ausweisung von neuen Baugebieten wuchs die Anzahl der Haushalte bis zum Jahre 1987 auf 362 und die Einwohnerzahl auf 1167 Personen (einschließlich Ortsteil Hasselbrock).
Im Jahre 2006 waren es dann 581 Haushalte und 1380 Einwohner, mit weiterhin stetig steigender Tendenz (einschließlich Ortsteil Hasselbrock).

Aktuelle Zahlen siehe im Zahlenspiegel.

Ortsteil Hasselbrock
Das heutige Hasselbrock war früher ein Teil des großen Bourtanger Moores, das Jahrhunderte lang eine unüberwindliche Grenze zu den Niederlanden darstellte. Schon im Jahre 1919 wurde mit dem Reichssiedlungsgesetz eine staatlich organisierte Ödlandpolitik begonnen. Jahre vergingen mit weiteren Gesetzgebungen und Verhandlungen. Schließlich wurden im Rahmen der Emslanderschließung im Jahre 1931 ca. 1250 ha Moorfläche von der staatlichen Siedlungsgesellschaft „Emsland GmbH“ den Walchumer Bauern für 130 RM/ha abgekauft, kultiviert und erschlossen. Somit kann das Jahr 1931 als Gründungsjahr für Hasselbrock angesehen werden. Der Name Hasselbrock rührt her von der Landerhöhung am Grenzübergang nach Sellingen, dem „Hasselberg“. Ursprünglich waren zirka 100 landwirtschaftliche Siedlerhöfe geplant. Im Jahre 1955 war die Besiedlung abgeschlossen und man zählte 79 Höfe und 6 Gewerbebetriebe und 527 Einwohner. Am 15. April 1966 besuchte der Bundespräsident Heinrich Lübke anlässlich einer Fahrt durch das Emsland auch den neuen Ort Hasselbrock. Im Jahre 2000 feierte der Ortsteil Hasselbrock mit einem großen Fest sein 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wurde eine umfangreiche Chronik „50 Jahre Hasselbrock “ erstellt. Die Kirche in Hasselbrock wurde 1953 erbaut.


Zahlenspiegel 2015-JPG_webv800.

Der amtierende Gemeinderat (von 2016 bis 2021)

A(WS – 08.11.2016) Der Gemeinderat mit Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken (von links), Georg Eiken, Ludger Lienland, Bürgermeister Alois Milsch, Alfons Wessels, stellv. Bürgermeister Hans-Hermann Griese, Jürgen Terhorst, Stefan Glandorf,  Werner Ahrens, (bis hier alle CDU), (ab hier alle SPD) Anja Pape, Heinz Dirksen, Josef Gründer. Foto: W. Schweers

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Der Gemeinderat von 2011 bis 2016

Gemeinderat mit Ahrens 2011-2016_web640                                                 Der Gemeinderat vom 14.11.2011 bis 2016
(WS – 14.11.2011) Der Gemeinderat mit Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken (von links), Alois Milsch, Heinz Dirksen, Erster Samtgemeinderat Andreas Hövelmann, Bürgermeister Hermann Schweers, Hans-Hermann Griese, Ludger Lienland, Stefan Glandorf, Jürgen Terhorst, Ulrike Wessels (Amtsverzicht seit 23.09.2014) , Josef Gründer, Gerd Hartmann, es fehlt Alfons Wessels. Amtsnachrücker für Ulrike Wessels ist Werner Ahrens (rechts unten). Foto: W. Schweers

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                                                 Der Gemeinderat von 2006 bis zum 14.11.2011
Samtgemeindebürgermeister Hans Hansen (von links), Bürgermeister Hermann Schweers (CDU), Stellv. Bürgermeister Andreas Hartelt (CDU), Karl Tamminga (SPD), Heinz Dirksen (SPD), Alfons Wessels (SPD), Hinderk Wessels (CDU), Hans-Hermann Griese (CDU), Monika Kässens (CDU), Annegret Benker (CDU), Heinz-Anton Osteresch (CDU) und Gerd Hartmann (CDU). Foto: Wilhelm Schweers

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                                                 Der Gemeinderat vom 8.11.2001 bis 2006
v. l. : Alfons Wessels (SPD), Monika Kässens (CDU), Hans-Hermann Griese (CDU), Andreas Hartelt (CDU), Hinderk Wessels (CDU), Bürgermeister Hermann Schweers (CDU), Thorsten Jansing (CDU), Annegret Benker (CDU), Johannes Thünemann (CDU), Heinz Dirksen (SPD), Gerhard Hartmann (CDU).